Sonntag wählen gehen - na klar! Nur, wen?
olav — Wed, 09/23/2009 - 21:52
Schön, dass wir die Möglichkeit zur Wahl immer noch haben. Andererseits, eigentlich ist es ja egal, wen wir wählen. In den vier Jahren bis zur nächsten Wahl machen die Parteien ja doch, was Konzerne und Medien wollen. Schade, dass die elektronischen Medien derart zäh ihren Einzug in die demokratische Willens- und Konsensbildung halten. Na gut, wir Bürger können ja wenigstens versuchen, die Weichen zu stellen. Also mal sehen, in was für einer Gesellschaft möchte ich und sollen meine Kinder leben?
UPDATE siehe unten.
- Freiheit von Existenzangst. Grundeinkommen für jeden ist ein Supervorschlag. Wie viele Kosten könnten durch Abbau der Vergabebürokratie eingespart werden.
- Freie Gesundheitsversorgung. Warum bekommen eigentlich kinderlose Sozialschmarotzer (sorry) in der Privatversicherung die bessere Versorgung als Mütter in der Gesetzlichen?
- Freie Bildung. Was ist in unserer rohstoffarmen Republik wichtiger als Bildung? Nein, Rumänen sind nicht faul. Die klotzen genauso rein wie unsere Arbeiter, vielleicht sogar noch mehr. Wie sonst können wir Arbeitsplätze in Zukunft erhalten, wenn nicht durch superqualifizierte Arbeitskräfte.
- Religionsfreiheit und Förderung nicht-religiös motivierter Gemeinde- und Sozialarbeit. Richtig verstanden: Ich meine, Freiheit vor, nicht für Religionen. Und auch richtig: Ich will endlich guten Gewissens meinen Kindern eine Alternative zu Jugendarbeit ohne “ich bin ein eifersüchtiger Gott”- Blabla bieten können. Religionen haben nichts im öffentlichen Leben zu suchen, zumindest nicht mehr als jeder Sport- oder Kegelverein. Ich zahle doch auch keine Fußballsteuer, warum werde ich dann zum Kirchengeld herangezogen, obwohl ich ausgetreten bin? Wir müssen endlich klar die Trennung von Staat und Kirche hinbekommen. Deshalb will ich auch nicht von einer Christlich * Union regiert werden.
- Vernünftiger Umgang mit endlichen Energie-Ressourcen. Dazu gehören innovative Verkehrs- und Raumkonzepte, massive Investition in alternative Energien, Lossagen von der Uranwirtschaft (igitt!), drastische Steuern auf Benzin, LKW- und Flugzeugtreibstoff.
- Beschleunigte Umsetzung von digitalen Prozessen zur demokratischen Willens- und Konsensbildung. Nur so kann einer Unterwanderung der Demokratie durch Konzerne verhindert werden.
- Verankerung von Medienkompetenz (nicht nur Medienkonsum, sondern aktive Medienmitgestaltung) im Bildungssystem bei verfassungsmäßigem Erhalt der informationellen Selbstbestimmung. Nur so kann der dumpfen Angstmache und Meinungsbildung durch rechtsgerichtete Medien und Politiker vorgebeugt werden.
Wow, quite a mouth full. Also, wen wählen?
Für die 1. Stimme stehen in Bonn zur Wahl (Liste von hier):
- Kelber, Ulrich (SPD), Diplom-Informatiker, Jg. 1968
- Eisel, Dr. Stephan (CDU), Angestellter, Jg. 1955
- Westerwelle, Dr. Guido (FDP), Rechtsanwalt, Jg. 1961
- Dörner, Katja (GRÜNE), Wissenschaftliche Referentin, Jg. 1976
- Schäfer, Paul Georg (DIE LINKE), MdB, Jg. 1949
- Kaschke, Andreas (NPD – häh?), Diplom-Pysiker, Jg. 1967
- Karpowski, Ilja Bertold (BüSo) Angestellter, Jg. 1981
- Kraemer-Schwinn, Ulrike (DIE VIOLETTEN), Personalberaterin, Jg. 1956
Die Bonner Piraten haben keinen Direktkandidaten, aber planen wenigstens eine Wahlparty.
Bei der letzten Wahl hatte in Bonn die SPD knapp gewonnen. Wenn ich meine Erststimme also nicht vergeuden will, bekommt sie Herr Kelber von der SPD. Immerhin haben wir mal einen Retorikkurs zusammen gemacht, als er noch nur Sohn des ADFC-Vorsitzenden war :-)
Für die 2. Stimme gibt es Landeslisten von SPD, CDU, FDP, GRÜNE, DIE LINKE, NPD, Die Tierschutzpartei, FAMILIE, REP, Volksabstimmung, MLPD, PSG, ZENTRUM, BüSo, DVU, ödp, PIRATEN, RRP und RENTNER. Hm. Ich sympathisiere ja mit den Piraten. Aber werden sie die 5% schaffen?
UPDATE: Neue Erkenntnis nach einem kleinen Plausch mit dem netten Piraten auf dem Bonner Münsterplatz: Die Grünen kommen sowieso in den Bundestag. Die Piraten vielleicht. Jedenfalls ist es wichtig, sie zu wählen, damit
- das Thema “Bürgerrechte” mehr Gewicht bekommt, selbst wenn die Piraten diesmal noch nicht in den Bundestag kommen. Alles andere ergibt sich dann daraus.
- die Piraten vielleicht doch eine Chance haben, die 5% zu knacken.
Also: Zweitstimme für die Piraten – Ahoi!
Das Ganze hat noch einen weiteren Vorteil: Nachweislich wirkt sich die Anzahl der Piraten unmittelbar auf die globale Erwärmung aus. Wenn das mal kein Argument ist!



Kommentiert
4 weeks 6 days ago
4 weeks 6 days ago
4 weeks 6 days ago
11 weeks 4 days ago
12 weeks 6 days ago
20 weeks 4 days ago
35 weeks 5 days ago
38 weeks 2 days ago
49 weeks 1 day ago
1 year 3 weeks ago