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olav — Fri, 10/31/2008 - 14:19
In unserem Buch zeigen wir Ihnen, dass sich mit Drupal und besonders mit seinen Komponenten Taxonomy und Content Construction Kit (CCK) hervorragend Inhalte strukturieren lassen. Allerdings steht die Entwicklung des CCK noch sehr am Anfang, was die Mächtigkeit der unterstützten Datenstrukturen anbelangt. Hier haben kommerzielle Systeme wie das SixCMS einiges an Vorsprung. Dort gibt es bereits Ansätze von objektorientierter Vererbung zwischen Beitragstypen oder mächtige Beziehungstypen. Ebenso ermöglicht das Vorhandensein über mehrere Instanzen hinweg eindeutiger Objekt-IDs die Replikation von Inhalten zwischen Instanzen des SixCMS-Systems.
Man wird also eine Installation des SixCMS nicht ohne weiteres nach Drupal übertragen können, da ein Objektmodell im SixCMS viele Konstrukte enthält, die sich nicht ohne größeren Programmieraufwand in Drupal abbilden lassen. Eine solche komplette Ablösung macht aber auch keinen Sinn, wenn lediglich neue Funktionen ergänzt werden sollen. Vielmehr wird man die wohlstrukturierten Inhalte im SixCMS als Wirtsystem belassen und sie um neue Inhalte in Drupal als Gastsystem zur Unterstützung der neuen Interaktionsmöglichkeiten ergänzen.
Bereiche, die komplett aus Drupal stammen, wie Foren, Weblogs oder ein Shop, können auch von Drupal verwaltet werden. Bei der Entwicklung neuer Funktionen muss jeweils abgewägt werden, welches System für Erstellung und Betrieb den besten Nutzen bringt. Bei der Entscheidung spielt sicher auch eine Rolle, mit welchem System die Redakteure bisher gewohnt sind zu arbeiten. Hier einige Beispiele für Applikationen, die wir im Rahmen von Kundenprojekten in integrierten Umgebungen (SixCMS, Drupal) realisiert haben:
- Garantiemanagement. Eine sehr formularlastige Anwendung, für deren Entwicklung sich das Drupal-Formular-Framework anbietet.
- Produkt-Datenbanken. Hier konnte das SixCMS sein flexibles Datenmodell ausspielen und die Redakteure konnten in einer vertrauten Redaktionsumgebung Produkte mit ungewöhnlichen Attributen pflegen.
- Expertenmanagement. Im Wesentlichen ein moderiertes Drupal-Forum, welches wir um das Management eines Gremiums von Experten zur Beantwortung von Patientenfragen erweiterten.
Manchmal ist eine engere Integration von (bestehenden) Inhalten mit neuen Funktionen gewünscht. Beispiel hierfür sind
- Bewertung von Beiträgen
- Nutzerkommentare an Beiträgen
- „Tagging“ – also das Verschlagworten von Beiträgen durch Besucher
Diese Funktionen existieren in Drupal als Module, die allerdings alle eine Node (ein Inhaltsobjekt in der Drupal-Terminologie) in der Drupal-Datenbank voraussetzen. Unser Vorgehen ist in solchen Fällen, jeweils mit dem Anlegen eines Content-Objektes im Wirtsystem eine Node in Drupal anzulegen. Dieses programmgesteuerte Anlegen kann im SixCMS durch einen programmierten Event-Trigger angestossen werden. Diese Event-Trigger können an verschiedenen Punkten im Lebenszyklus eines Content-Objektes (Anlegen, Bearbeiten, Löschen) PHP-Code ausführen. Dieser PHP-Code kann im Drupal-System eine Node anlegen und deren Node-ID beim Content-Objekt im SixCMS speichern. Der Aufruf der Funktion im Drupal-System kann entweder durch Einbinden des Drupal-Kerns erfolgen oder – eleganter, weil es nur eine lose Kopplung der beiden Systeme über eine XMLRPC-Schnittstelle erfordert – durch Aufruf des Blog APIs in Drupal (s. Kap. 7 Das Blog API).




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