Unser lieber Samson
olav — Thu, 04/05/2007 - 22:21
... ist tot. Welch schreckliches Ende! Eingeklemmt unter meinem Bürostuhl konnte der blinde, taube Kerl sich nicht befreien, als nachmittags niemand zuhause war. Um 19Uhr hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Alle waren dabei, als der Arzt ihm die letzte Spritze gab. Wir haben alle geweint, aber ich werde ihn wohl am meisten vermissen. Paul wusste es: “Ihr werdet die nächsten sein”.
Er hat mich zwanzig Jahre – mein ganzes Erwachsenenleben – begleitet, hat meine Diplomarbeit mitgeschrieben, sich beim Schreiben der Diss. auf der Tastatur meiner kleinen SPARCstation geflätzt, und so viele Abende auf meinem Schoß vor dem Rechner verbracht. Im letzten Winter, als es ihm schon nicht mehr so gut ging, hat er mich abends ins Bett geholt und sich dort an mich gekuschelt.
Immerhin: Er hat ein schönes, langes Leben bei uns gehabt. Wenn es ein ewiges Leben gäbe, würde er jetzt seine geliebte Schwester Tinka treffen. Und die beiden würden sich dann auf ein Wiedersehen mit uns freuen. Aber leider …
Ich jedenfalls werde ihn in Erinnerung behalten, wie er war: Eigenwillig, kratzbürstig, ein irrer Springer, anschmiegsam, ein Feinschmecker. Und viele andere werden sich auch an ihn erinnern: Paul, Julian, Birgit, Doris aus Berlin, Dorothee, Ute, Herr Mrosek von der IVV (“Ihre Katzentiere haben mich zu Tode erschreckt.”), Elfriede Abel (ich zu ihr ca. ’92: “Mein Kater liegt im Sterben.”), vielleicht unsere Vermieter aus Wuppertal (“Die komischen Katzen auf den Bahngleisen hinterm Haus”), vielleicht sogar unsere Nachbarn in Wanne-Eickel (”... führen ihre Katzen an der Leine gassi”).
Samson – schön, dass du bei uns warst!
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